Pool-Billard-Regeln



  • Allen Poolbillardarten ist gemeinsam, dass irgendeine Kugel nach der Karambolage eine Bande anlaufen oder versenkt werden muss.

  • Sobald eine Kugel vom Tisch springt, liegt ein Foul vor.

  • Durchstoßen ist nicht erlaubt. Ein Durchstoß liegt vor, wenn die Queuespitze den Spielball ein zweites Mal trifft oder den Spielball beim Kontakt mit dem Objektball noch berührt. Dies kann zum Beispiel geschehen, wenn der Spielball sehr nah an einem Objektball liegt.

  • Ein Stoß oder eine Berührung der Kugeln ist nicht erlaubt, wenn sich noch Kugeln bewegen. Dazu zählt auch das Rotieren um die eigene Achse, ohne dass die Kugel noch die Position verändert.

  • Es ist weiterhin nicht erlaubt, die Kugeln mit etwas anderem als der Queuespitze zu stoßen.

  • Ein Foul begeht man immer dann, wenn man einen nicht korrekten Stoß gemacht hat. Je nach Disziplin wird ein Foul unterschiedlich geahndet.

8-Ball

8-Ball ist ein Ansagespiel. Das bedeutet, dass man vorher ansagen muss, welche Kugel in welche Tasche gespielt wird, wenn es nicht offensichtlich ist. Banker, das Spiel über Banden, oder Kombinationen sind z. B. selten offensichtlich und sollten stets angesagt werden.

Ein Spieler darf solange weiterspielen, bis er es nicht schafft, seine eigene, angesagte Kugel in die angesagte Tasche zu versenken, oder ein Foul begeht.

 

Aufbau und Break


Die Objektbälle werden zu Beginn im Dreieck aufgebaut: der vorderste Objektball am Fußpunkt, in der Mitte die Acht und je ein voller und ein halber Objektball an den hinteren Ecken. Die Farbgruppe der restlichen Kugeln (sowie die der vordersten) ist frei wählbar. Der beginnende Spieler hat das Recht, die Position des Spielballs innerhalb des Kopffeldes (oberes Viertel des Tisches) zu wählen.


Eine korrekte Anordnung der Objektbälle vor dem Break.

 

Beim Break müssen mindestens vier der Objektbälle eine Bande berühren oder ein Objektball muss versenkt werden. Ist beides nicht der Fall, kann der Gegner entweder die Lage übernehmen oder den Neuaufbau einfordern (und hierbei auch über das Anstoßrecht entscheiden). Beim Break muss keine Ansage erfolgen.

Nach dem Break ist der Tisch immer zunächst offen, d. h., dass es auch erlaubt ist, mit einer Halben eine Volle zu versenken und umgekehrt. Erst nach dem ersten korrekt (mit Ansage) versenkten Ball nach dem Break (und keinesfalls schon nach dem Lochen einer oder mehrerer Kugeln beim Break) ist die Farbwahl entschieden.

Der Spieler bleibt am Tisch, wenn er einen oder mehrere Objektbälle korrekt versenkt hat.

Fällt beim Break der Spielball in eine Tasche oder springt er vom Tisch, hat der Gegner „Ball in Hand“ aus dem Kopffeld heraus. Dabei darf er jedoch nur die Objektbälle spielen, die mindestens mit einem halben Durchmesser außerhalb des Kopffelds liegen. Falls beim Break auch Objektbälle gelocht wurden, bleiben sie in der Tasche (außer es handelt sich um die Acht).

Fällt die Acht beim Break, kann der breakende Spieler entscheiden, ob neu aufgebaut wird, oder ob er die Lage übernimmt, wobei die Acht auf den Fußpunkt gelegt wird.

Fällt sowohl der Spielball als auch die schwarze Acht, so entscheidet der Gegner, ob neu aufgebaut wird oder er die Lage mit zurückgelegter Schwarzen übernehmen will. Hierbei hat er dann „Ball in Hand“ aus dem Kopffeld heraus.

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass ein Spieler beim Break alle Kugeln einer Farbe versenkt, kann er entweder die andere Farbe oder direkt die schwarze Acht wählen.

 

9-Ball

 

Beim 9-Ball wird mit den ersten neun der durchnummerierten Objektbällen und einem Spielball gespielt. Vor dem Break werden sie rautenförmig angeordnet. Bei jedem Stoß muss die Kugel mit der niedrigsten Zahl zuerst angespielt werden. Es gewinnt der Spieler, der die Kugel Nummer 9 zuerst korrekt locht. Es ist jedoch erlaubt, eine Kugel zu lochen, die noch gar nicht an der Reihe ist, solange man zuerst den Ball mit der niedrigsten Zahl angespielt hat („Kombination“).

9-Ball ist kein Ansagespiel, Zufallstreffer sind daher erlaubt. Sicherheitsansagen gibt es im 9-Ball nicht, daher muss auch nach einem Zufallstreffer der Spieler am Tisch bleiben. Es wird oft bei Turnieren gespielt, weil es ein recht schnelles und spektakuläres Spiel ist.

 

Aufbau und Break


Die Objektbälle werden zu Beginn im Rhombus aufgebaut. Vorgegeben ist nur, dass der Objektball mit der Nummer 1 vorne, die 9 in der Mitte und die übrigen Kugeln ohne erkennbares System liegen. Der beginnende Spieler hat das Recht, die Position des Spielballs innerhalb des Kopffeldes (oberes Viertel des Tisches) zu wählen.


Eine korrekte Anordnung der Objektbälle vor dem Break.

 

Beim Break muss die vorderste Kugel – also die 1 – zuerst getroffen werden. Außerdem müssen mindestens vier der Objektbälle eine Bande berühren, andernfalls kann der Gegner entweder die Lage übernehmen oder den Neuaufbau einfordern (und hierbei auch über das Anstoßrecht entscheiden). Fällt jedoch einer oder mehrere Objektbälle, bleibt der Spieler, der angestoßen hat, am Tisch und darf weiterspielen.

Fällt beim Break eine Kugel vom Tisch, ist dies ein Foul. Versenkte Kugeln 1 bis 8 bleiben in diesem Fall in den Taschen und werden nicht wieder aufgesetzt. Die 9 hingegen kommt zurück ins Spiel und wird auf den Fußpunkt bzw. von der Fußbande aus gesehen so nahe wie möglich an diesen gelegt. In jedem Fall hat der gegnerische Spieler "Ball in Hand".

Sollte es einem Spieler gelingen, die 9 direkt beim Eröffnungsstoß zu versenken, gilt dies als "Ass" und das Spiel ist sofort gewonnen, vorausgesetzt, dass der Spielball auf dem Tisch geblieben ist und auch sonst kein Foul vorliegt.

Wie beim 8-Ball ist auch beim 9-Ball das Break von enormer Bedeutung. Topspieler haben eine große Chance auf einen Ausschuss, bei dem sie den Gegner nicht mehr zum Stoß kommen lassen.

 

 

14 und  1 endlos

 

Beim 14 und 1 endlos (kurz: 14/1 oder 14/1e; im Englischen: Straight Pool) wird mit allen fünfzehn Objektbällen und einem Spielball gespielt.

Es handelt sich um ein Punktespiel, bei dem es darum geht, eine bestimmte Punktzahl zu erreichen. Man darf jeden Objektball versenken und bekommt dafür immer einen Punkt, für ein Foul bekommt man 1 Punkt abgezogen. Bei drei nacheinander folgenden Fouls gibt es einen Punktabzug von 15 Punkten. Negative Punkte sind möglich.

Der Name 14 und 1 endlos kommt daher, dass man 14 Objektbälle versenkt. Einer bleibt übrig und das Rack wird wieder aufgebaut (der Platz auf dem Fußpunkt bleibt frei) und man darf weiterspielen. Dieser letzte Objektball sollte so liegen, dass man anschließend diesen versenken und gleichzeitig das Rack lösen kann, um danach weiterzuspielen. Somit ist es möglich, in einer einzigen Aufnahme das Ausspielziel zu erreichen.

14 und 1 ist ein Ansagespiel, bei dem es im Gegensatz zum 8-Ball keine Ausnahmeregel für das Break gibt. Daher sieht man in dieser Disziplin oftmals Sicherheitsanstöße.

 

 

Aufbau und Break


Die Kugeln werden zu Beginn im Dreieck aufgebaut. Die Anordnung ist frei wählbar, wobei man häufig die 1 an der vom Spieler aus gesehen linken Ecke und die 5 an der vom Spieler aus gesehen rechten Ecke des Dreiecks platziert.


Beispiel für ein 14 und 1 Rack.

 

Der beginnende Spieler hat das Recht, die Position der „Weißen“ innerhalb des Kopffeldes (oberes Viertel des Tisches) zu wählen.

Beim Anstoß, dem sogenannten Break, müssen mindestens zwei der Objektbälle und die „Weiße“ eine Bande berühren, oder ein Objektball muss (korrekt angesagt) versenkt werden. Ist beides nicht der Fall, erhält der aufnehmende Spieler zwei Strafpunkte und der Gegner kann entweder die Lage übernehmen oder den Neuaufbau einfordern (und hierbei auch über das Anstoßrecht entscheiden). Falls der Gegner verlangt, dass der Spieler einen neuen Eröffnungsstoß ausführt, so ist es immer noch dieselbe Aufnahme.

Die Pflicht, beim 14/1-Break Kugel und Tasche anzusagen, führt in der Praxis oft zu Sicherheitsanstößen. Das Ansagen einer bestimmten Kugel in eine bestimmte Tasche beim Break ist ein Kunststoß.

Fällt bei einem ansonsten korrekten Eröffnungsstoß der Spielball, wird dies als reguläres Foul geahndet und mit einem Minuspunkt bestraft. Der Gegner bekommt in diesem Fall "Ball in Hand" aus dem Kopffeld heraus, darf aber nur die Objektbälle anspielen, deren Mittelpunkt außerhalb des Kopffeldes liegen, es sei denn, alle auf dem Tisch verbliebenen Objektbälle befinden sich im Kopffeld. Die Objektbälle bleiben unverändert, nicht korrekt versenkte Objektbälle werden jedoch wieder aus der Tasche genommen und am Fußpunkt aufgebaut. Sollte der Fußpunkt besetzt sein, wird die Kugel auf den nächsten freien Platz auf der direkten Linie von Fußpunkt zu Fußbande aufgesetzt.

Wenn die 14. Kugel versenkt ist, wird die Partie angehalten. Die 14 Objektbälle werden wieder aufgebaut, nur der Platz auf dem Fußpunkt bleibt frei. Der Spieler fährt dann fort, indem er die 15. Kugel (den Breakball) so versenkt, dass die „Weiße“ anschließend in das „Rack“ (die 14 wieder aufgebauten Kugeln) läuft und die Kugeln so löst, dass er eine Fortsetzung hat. Der Spieler muss jedoch nicht zwingend auf den 15. Ball spielen, sondern kann auch eine beliebige Kugel des Racks ansagen oder einen Sicherheitsstoß ausführen.